Kreta, 1987

Besucherzaehler

 

Ein Abenteuer in Griechenland: vom 19. April bis 3. Mai 1987

Mit Freundin Dora und dem Flieger nach Kreta; dort mit Rucksack und Zelt unterwegs.
Und auch mit dem Bus, zu Fuß und per Anhalter.

Das erste Mal in meinem Leben sollte ich fliegen! Ich war ganz schön aufgeregt…

Wo liegt Kreta ?

 

Vorwort

Auf Kreta waren zu dieser Zeit Rucksacktouristen nicht erwünscht! Es gab schlichtweg kein Flugticket, ohne dass man gleichzeitig eine Unterkunft buchen musste! Wir entschieden uns deshalb für einen billigen Zeltplatz in Heraklion; allerdings gedachten wir nicht, diesen jemals aufzusuchen... Aber bezahlen mussten wir ihn trotzdem im voraus.

Diese Einstellung der Kreter ist wohl auf die 70er Jahre zurückzuführen: Heerscharen von Hippies zogen aus nach Kreta, um sich dort in uralten Höhlen in der Nähe der Strände niederzulassen und ein freies, beschauliches Leben zu führen...
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Leseproben:

Um etwa 21 Uhr 30 bleibt uns nichts anderes, als unsere Schlafsäcke zwischen Ufer und ehemaligem Zeltplatz einfach in den Sand zu werfen und auf besseres Licht am Morgen zu warten.

Die Nacht ist sehr kalt und feucht; auch windet es mächtig, so dass wir kein Auge zumachen. Zudem muss sich Dora fast die ganze Nacht über immer wieder übergeben, obwohl es kaum noch etwas gibt, das sie ausspucken kann… Erst kurz vor der Morgendämmerung hört es auf, und sie findet etwas Ruhe.

Ich selbst finde auch kaum Schlaf, aber das bin ich ja schon gewohnt... Vielleicht sollte ich mal intensiver nach ihm suchen?

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Auf dem Rückweg zum Zelt, nach 18 Uhr, wird der Wind immer stärker, und als wir ankommen, ist er schon fast sturmartig. Ein Glück, dass ich noch etwas gefuttert habe, denn bei dieser Witterung wäre an Kochen nicht zu denken!

In der saukalten Nacht machen wir kein Auge zu, weil wir um unser Zelt bangen! Es kracht draußen, als ob der Sturm Bäume knicken würde, und wir sitzen uns gegenüber an den Zeltwänden und versuchen, mit ausgestreckten Armen das Zelt vor dem Abheben oder zumindest vor dem Einstürzen zu bewahren!

Der Sturm wird immer stärker, und gegen sieben Uhr morgens haben wir keine Chance mehr:
Das Zelt reißt an einer Stelle auf, und kurz danach bricht die hintere Zeltstange!

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Ostersonntag, 19.4.87, Tag 1

Um 14 Uhr 10 startete der Flieger, ein supertolles Gefühl war das für mich!

 

Ostermontag, 20.4.87 - Malia, Tag 2

Nach langem Suchen in der Dunkelheit einen Schlafplatz gefunden: vor einem ehemaligen Zeltplatz!

 

Dienstag, 21.4.87 - Agia Galini, Tag 3

Erste Station mit Zeltplatz!

Mittwoch, 22.4.87 - Phaistos und Gortys, Tag 4

Kleine Besichtigungstour: Der Weg dieses Tages

In Phaistos waren wir verabredet: Die Schwester von Dora mitsamt Mann und Tochter machten ebenfalls Urlaub auf der Insel; wir hatten diesen Termin noch vor unserer Abreise geplant.

Phaistos oder auch Phaestos (Festos) ist der Name einer bronzezeitlichen minoischen Siedlung auf Kreta. Sie lag in der Nähe der Südküste des zentralen Teils der Insel, auf einem Höhenrücken über der fruchtbaren Messara-Ebene. Die in der heutigen Präfektur Iraklio (Heraklion) gelegenen Ruinen des Palastes von Phaistos bildeten auf einer Fläche von 8.400 m² einst den zweitgrößten minoischen Palast Kretas nach Knossos.

Man nimmt an, dass die Messara-Ebene und der Höhenrücken Festos schon in der späten Jungsteinzeit (Neolithikum) ab etwa 4000 v. Chr. besiedelt waren. Die ältesten historischen Fundstücke der Gegend stammen aus der frühminoischen Zeit um 3000 v. Chr.

 

 

Gortys ist eine der wichtigsten Städte des Altertums aus dem vorgeschichtlichen Kreta. Obwohl ihre Geschichte bis auf die minoische Periode zurückgeht, gibt es einen besonders wichtigen Zeitraum, der auf die Besetzung Kretas durch die Dorer (1100 v.Chr.) folgte. Später, während der römischen Besetzung (68 v. Chr.), war Gortys mit 300.000 Einwohnern die größte Stadt Kretas. Die Stadt wurde 828 n. Chr. von den Arabern zerstört.

Bekannt ist die Ausgrabungsstätte von Gortys für die „Große Inschrift“, den bislang ältesten aufgefundenen Gesetzescodex Europas: die Gesetzestafeln. Hinter dem römischen Theater kann man die so genannte "Königin der Inschriften" sehen.

Diese Inschriften sind die Gesetze der Stadt Gortys (6. - 5. Jahrhundert v.Chr.) und bilden die Basis der modernen griechischen Gesetzgebung. Die Gesetze sind in dem dorischen Dialekt in große Steinblöcke gemeißelt und deutlich sichtbar.

 

Donnerstag, 23.4.1987 - Wanderung um Aglia Galini, Tag 5

Morgens haben wir zuerst unser beschädigtes Zelt genäht nach dem nächtlichen Sturm; danach begaben wir uns auf eine Wanderung:

 

Samstag, 25.4.1987 - Weg zur Samaria-Schlucht, Tag 7

Die heutige Route

 

 

Kaum oben angekommen, fanden wir die gesuchte, kleine Pension verlassen vor: sie war ausgebrannt! Mein Drang nach oben war unstillbar: Ich rannte quasi der untergehenden Sonne hinterher und bedachte dabei nicht, dass es unter mir dunkel wurde! Ohne die Suchrufe von Dora und anderen Rucksackleuten hätte ich nicht mehr zurückgefunden... Die Aussichten aber brannten sich tief in mir ein:

 

Sonntag, 26.4.1987 - Wanderung hinab in die Samaria-Schlucht, Tag 8

Die heutige Tour führte uns hinunter in die Schlucht und dann wieder zurück nach Chania.

Info Samaria-Schlucht:

Die Samaria-Schlucht ist berühmt als zweitlängste Schlucht Europas. Sie ist 13 km lang, in einer Ebene gemessen.

Die Wanderung allerdings ist 16 km lang, beginnt bei einer Höhe von 1250 m und bringt uns hinunter zum Libyschen Meer nach Agia Roumeli.

Die Schlucht wird gesäumt von bis zu 600 m hohen senkrechten Felswänden, die an der engsten Stelle der Schlucht, an der sogenannten „eisernen Pforte“, einen Durchlass von lediglich 3 bis 4 Metern gewähren. 

Nachtrag:


Ich lese, dass im Jahr 2008 während der Hochsaison täglich 3.000 bis 4.000 Touristen die Schlucht durchwandern, dabei sogar mehrere Todesfälle jede Woche vorkommen.

Der Wanderweg soll besser ausgebaut sein als so manch anderer Weg auf der Insel, es gibt Wächter, Sanitäter, Toiletten und eine Wasserstelle...

Ich bin heilfroh, dass ich diese Tour im Jahr 1987 machen durfte, außerhalb der Saison, bei für die Öffentlichkeit noch geschlossener Schlucht und ohne bequemen Wanderweg und all das komfortable Zeug!

 

Dienstag, 28.4.1987 - Chania, Tag 10

 

 

Mittwoch, 29.4.1987 - Rethymnon, Tag 11

Kurz nach dem heftigen Sturm (Orkan?), der unser Zelt verwüstete. Selbst nach dem 'Abflauen' waren die Elemente noch recht beindruckend; stellenweise war ein aufrechtes Gehen, selbst mit den schweren Rucksäcken, kaum möglich!

Hier einige Bilder aus dem Hafen:

 

Donnerstag, 30.4.1987 - Rethymnon, Tag 12

Die Nacht hatten wir in einem kleinen Zimmer in einer ebenso kleinen Pension verbracht. Hier ein Spaziergang durch Rethymnon:

 

Freitag, 1.5.1987 - Abflugsort Heraklion, Tag 13

Nach Heraklion

 

Samstag, 2.5.1986 - Knossos, Tag 14

Knossos, nur wenige Kilometer außerhalb der kretischen Hauptstadt Heraklion gelegen, ist die wichtigste archäologische Ausgrabungsstätte auf der Insel. Seit der Entdeckung Ende des 19. Jahrhunderts ist der Palast von Knossos weltbekannt. Die aufwendigen Ausgrabungen zu Anfang des 20. Jahrhundert wurden von dem aus England stammenden Sir Arthur Evans geleitet. Mit erheblichen finanziellen Mittel begann er den riesigen Palast wieder aufzubauen. Für heutige Archäologie ist dies jedoch eine wissenschaftliche Katastrophe, da er beim Wiederaufbau viel über das alte Aussehen des Palastes nach eigenen Vorstellungen interpretierte. Den heutigen Laienbesucher freut es jedoch, er bekommt in Knossos viel mehr zu sehen als in den anderen 3 ausgegrabenen minoischen Palästen auf Kreta (Phestos, Malia und Kato Zakros).


Nach Ansicht von Archäologen hatte die Stadt im 16. Jahrhundert v. Chr. zwischen 10.000 und 100.000 Einwohner. Wohnräume mit Warmwasserheizung, Badezimmer mit Sitzbadewannen und Klosetts mit Wasserspülung wurden ausgegraben.

 

Sonntag, 3.5.1986. Tag 15 und letzter!