Imola, Italien, Anfang April 1975

Die 200 Meilen von Imola

Ein kleines Abenteuer vom 3. bis 6. April 1975: Mit dem Motorrad nach Imola, zum ersten Weltmeisterschafts-Motorradrennen der Saison.
Als Zuschauer. Natürlich!
Man beachte die niedrige Nummer dieser Eintrittskarte: wir waren sehr früh da!

  • Wo ist denn IMOLA überhaupt?


    Teilnehmer:

    Karl "Karli", unser Tourleader auf Suzuki GT 250

    Heidi, die Freundin Karlis und ihre Suzuki GP 250

    Hartmut "Häsli" und die Kawasaki 500 Mach III

    Dieter, der Bruder Heidis, nebst Freundin auf einer Suzuki GT 250

    Norbert "Hufi" und seine goldfarben lackierte Suzuki GT 250



    VORWORT

    Dieser Bericht schildert natürlich wieder ein Abenteuer, das außergewöhnlich war; sonst wäre diese kleine Reise es nicht wert, in meine Auswahl der besonderen Erlebnisse aufgenommen zu werden!

    Meine fotografische Ausrüstung (ich war der einzige, der überhaupt eine hatte!) bestand aus einer kleinen, rund 25 Mark teuren Knipse eines damals großen Kaufhauses, das mit dem Buchstaben Q beginnt. Ich bin quasi die Quelle unserer bildlichen Erinnerungen...

    EINLEITUNG:

    Irgendwann im Februar des Jahres 1975 sind wir in unserer kleinen Moppedgruppe auf die Idee gekommen, einen Motorrad-WM-Lauf in Italien zu besuchen; das würde für uns alle die erste, richtig große Motorradtour werden!

    Da wir unsere Maschinchen - bis auf Häsli mit seiner großen Kawa - jeden Winter fast komplett zerlegten und neu aufbauten, waren die Moppeds mit Sicherheit gut gerüstet. Ob wir, die Reiter, das ebenfalls waren, wird sich zeigen...

    Die Ausgangslage Anfang April war hervorragend: die Forsytien blühten schon, und es war angenehm warm.


    Donnerstag, 3. April 1975,  Tag 1, morgens

    Wir trafen uns in Mannheim-Seckenheim bei Karli, der sagte, dass er sich Gedanken über die Tour gemacht habe; also vertrauten wir ihm noch vor dem Anlassen der Moppeds blindlings und überließen alles ihm! Bequem, so was... Jedenfalls für mich; ich fahre gerne hinterher und überlasse die (Strecken-) Führung einem anderen - so kann ich die Umgebung voll und ganz genießen. Ob und wieviel sich etwas genießen ließ, werdet Ihr in diesem Bericht erfahren...

    Unsere Ausrüstung konnte sich sehen lassen: die Moppeds voll bepackt mit zwei großen Zelten, Schlafsäcken (meiner war der alte blaue Sommerschlafsack), dazu natürlich allerhand Zeugs, das wir glaubten, irgendwann gebrauchen zu können: Unterwäsche, Socken, vielleicht einen Pulli, falls es kälter werden sollte; ich hatte sogar meine braunen, fast kniehohen gefütterten Wildlederstiefel eingepackt! Da ich keine warme Kleidung über der Kombi hatte, bekam ich von Karli eine gefütterte Baumwollhose aus Bundeswehrbestand; Regenzeug - sofern vorhanden - war auch dabei. Hatte jemand an Kochgeschirr gedacht? Ich weiß es nicht mehr.

    Nachsatz:

    Keiner ahnt, warum keiner von uns bei dieser höllisch eisigen Rückfahrt keine Krankheit davongetragen hatte; kein Schnupfen, kein gar nix!

    Allerdings hatten wir alle gerötete Nasen; es ist unsicher, ob die von der adriatischen Sonne stammten oder von der fast arktischen Kälte auf der Rückfahrt... Jedenfalls fragte uns jeder danach!

    Und: ein tolles Erlebnis war es, trotz aller Widrigkeiten!