(Leseprobe und Bilder)

Teilnehmer:
Karl "Karli", unser Tourleader auf Suzuki GT 250
Heidi, die Freundin Karlis und ihre Suzuki GP 250
Hartmut "Häsli" und die Kawasaki 500 Mach III
Dieter, der Bruder Heidis, nebst Freundin auf einer Suzuki GT 250
Norbert "Hufi" und seine goldfarben lackierte Suzuki GT 250
Dieser Bericht schildert
natürlich wieder ein Abenteuer, das außergewöhnlich war; sonst
wäre diese kleine Reise es nicht wert, in meine Auswahl der besonderen
Erlebnisse aufgenommen zu werden!
Meine fotografische Ausrüstung (ich war der einzige, der überhaupt eine
hatte!) bestand aus einer kleinen, rund 25 Mark teuren Knipse eines
damals großen Kaufhauses, das mit dem Buchstaben Q beginnt. Ich bin
quasi die Quelle unserer bildlichen Erinnerungen...
EINLEITUNG:
Irgendwann im Februar des Jahres 1975 sind wir in
unserer kleinen Moppedgruppe auf die Idee gekommen, einen
Motorrad-WM-Lauf in Italien zu besuchen; das würde für uns alle die
erste, richtig große Motorradtour werden!
Da wir unsere Maschinchen - bis auf Häsli mit seiner großen Kawa -
jeden Winter fast komplett zerlegten und neu aufbauten, waren die
Moppeds mit Sicherheit gut gerüstet. Ob wir, die Reiter, das ebenfalls
waren, wird sich zeigen...
Die Ausgangslage Anfang April war hervorragend: die Forsytien blühten
schon, und es war angenehm warm.
Wir trafen uns in
Mannheim-Seckenheim bei Karli, der sagte, dass er sich Gedanken über
die Tour gemacht habe; also vertrauten wir ihm noch vor dem Anlassen
der Moppeds blindlings und überließen alles ihm! Bequem, so was...
Jedenfalls für mich; ich fahre gerne hinterher und überlasse die
(Strecken-) Führung einem anderen - so kann ich die Umgebung voll und
ganz genießen. Ob und wieviel sich etwas genießen ließ, werdet Ihr in
diesem Bericht erfahren...
Unsere Ausrüstung konnte sich sehen lassen: die Moppeds voll bepackt
mit zwei großen Zelten, Schlafsäcken (meiner war der alte blaue
Sommerschlafsack), dazu natürlich allerhand Zeugs, das wir glaubten,
irgendwann gebrauchen zu können: Unterwäsche, Socken, vielleicht einen
Pulli, falls es kälter werden sollte; ich hatte sogar meine braunen,
fast kniehohen gefütterten Wildlederstiefel eingepackt! Da ich keine
warme Kleidung über der Kombi hatte, bekam ich von Karli eine
gefütterte Baumwollhose aus Bundeswehrbestand; Regenzeug - sofern
vorhanden - war auch dabei. Hatte jemand an Kochgeschirr gedacht? Ich
weiß es nicht mehr
..........

Irgendwo in der Schweiz: Hartmuts Mopped macht immer wieder
Schwierigkeiten: andauernd fällt der mittlere der drei Zylinder aus!
Auffällig: rotes Lederzeug mit weißen Streifen muss damals sehr
angesagt gewesen sein...
Ist die sonstige Ausrüstung nicht süß?
Dieters Freundin im Synthetik-Pelzmantel und roter Lederjacke darunter
- mit weißen Streifen, natürlich!!
In der Mitte: Ich mit einer hellen Übergangsjacke, perfekt für so eine
Tour...
Rechts Dieter, der abcheckt, ob die eine Landjägerwurst noch länger ist
als die andere.
...
Nach einer Übernachtung in der Mitte der Schweiz geht es
weiter!
Rast am
Vierwaldstädter See; links ich.

Unterwegs noch eine Rast

In Italien (kann in Bologna gewesen sein): Häslis Mopped gab
endgültig den Geist auf; wir mussten eine neue Batterie besorgen!
Links Heidi, in blauem Leder mit weißen Streifen...
Heidi, die der scherzhaften Rangelei zwischen Dieter und Hartmut
zuschaut:
Ein Teil der Strecke, kurz nach
dem Verbot für Besuchsfahrer: 
Links neben der "Insel" ist die Boxenausfahrt.
Am
Renntag

...während
die Sonne in der Nähe Riminis die Gesichter rötet
Sonntag, 5.
April 1975, Tag 5, frühmorgens

Aufbruch zu einer ersckreckenden Rückfahrt! Wovon wir aber
noch nichts ahnten...

Alles gerüstet für die Rückreise; rechts mein Moped
Moppedschieberei
zur Zugverladung
Fahrkarten
gelöst?

Häsli
versucht mit
ihm zu handeln, weil wir schließlich keinen
Sitzplatz haben..
Rechts
Karli, recht hoffnungslos...
Schaffner:
"Wollt ihr rüber, oder eher nicht?"
Blick
vom Waggon aus nach "drüben", wo immer das auch sein mag...
Vor der Abfahrt am nächsten Morgen 
Heidi
checkt ihr Mopped, irgendwo unterwegs...
...und ich knipse derweil einfach meins... 
EPILOG:
Keiner ahnt, warum keiner von uns keine Krankheit davongetragen hatte;
kein Schnupfen, kein gar nix!
Allerdings hatten wir alle gerötete Nasen; es ist unsicher, ob die von
der adriatischen Sonne stammten oder von der fast arktischen Kälte auf
der Rückfahrt... Jedenfalls fragte uns jeder danach!
Und: ein tolles Erlebnis war es, trotz aller Widrigkeiten!