(Leseprobe, Karten und Bilder)
Endlich mal wieder Natur
pur...
G R A N C A N A R I A

Eine kleine
Reisebeschreibung
in 16 Tagen
Herbst 1992
Teilnehmer:
- mein bester Freund (Dieter oder kurz Diddi)
- ich (Norbert oder Hufi, der mit den längeren Haaren),
- zwei fast neue Yamaha-Enduros mit 125 ccm
- sehr viel Spaß und Entdeckungsfreude...
.....
Der Landeanflug war
nicht übel: wir sind einige Zeitlang an der Nord-
und Ostküste entlang gesegelt in 2000 m Höhe, haben den höchsten Berg
Gran Canarias (den Pico de las Nieves - 1.949 m, genau in der Mitte der
Insel) ganz klar und deutlich direkt vor uns gesehen, und wir haben uns
zum Ziel erklärt, diesen moppedmäßig zu besteigen: ob wir das wohl
packen werden, mit unseren geplanten 125ern Enduros? Die Zeit wird's
zeigen, und das Wetter auch; in dieser Höhe könnte es recht frisch
werden...
.....
Gerade noch rechtzeitig vor der Flut durchqueren wir wieder die Grotte
zu unserem Steinstrand zurück, wo unsere Moppeds oben auf uns warteten;
eine halbe oder eine Stunde später wäre das wohl nicht mehr möglich
gewesen, da dann die Höhle unter Wasser gestanden hätte. Und ganz ohne
Proviant auf die nächste Ebbe zu warten... grauenhaft, diese
Vorstellung!
.....
Über dem Stausee hinweg überkommt mich plötzlich Bock auf
Speed:
Wie ein Irrer rase ich den Schotterweg hinauf, voll an den Grenzen von
Moped und Fahrer, und auch oft nur knapp am Abgrund vorbei; aber Spaß
macht's, saumäßigen Spaß! - Auch wenn der Lenker hier und da einmal in
die Luft springt und in eine andere als die der Fahrtrichtung zeigt,
während das Hinterrad sich partout in genau die andere Richtung bewegen
will: die Richtung für den Fahrer ist jedenfalls vorgegeben - den Hang
rauf und nicht den Abhang runter - egal, wie, Hauptsache, mit vollem
Karacho!
.....
Immer weiter
geht's hinauf, und ab etwa 1.000 Metern luftiger Höhe wird der Ausblick
immer gigantischer und die Landschaft immer fantastischer: Die
nordamerikanischen Rockies haben hier wohl ihre Nachbildungen entstehen
lassen...
Die Schluchten (Barrancos) sind tief, die Hänge
schroff und steil und viel grüner als bisher; vor allem viel Kiefern -
einzeln oder in geselligen Gruppen stehen sie herum, manchmal
vereinigen sie sich auch zu richtigen Waldstücken, wenn auch nicht sehr
dicht. Ich fahre sehr langsam, atme die würzige, herrliche Luft ganz
tief bei geöffnetem Visier, berausche mich an der Landschaft - kurz,
ich bin rundum glücklich, so allein in dieser ebenso einsamen Gegend.
.....
In einer anderen Pfütze, an der
ich lauernd viele Minuten hocke um irgendwas zu entdecken, sehe ich aus
den Augenwinkeln, wie sich - durch eine plötzliche Bewegung von mir
erschreckt - eine Schnecke von einem zehn Zentimeter hohen Überhang in
den Abgrund der Pfütze stürzt! Im selben Moment wird mir bewusst, dass
eine Schnecke sich in der Regel nicht plötzlich, und schon gar nicht
sprungartig von einem Ort zum anderen begibt!
.....
Dennoch
schaffe ich immer wieder einen Höhenmeter; auch wenn dabei ab
und zu rund vier Seitwärtsmeter und hie und da ein Rückwärtsmeter
eingelegt werden muss. Und höllisch vorsichtig muss ich auch sein
dabei, denn die Felsblöcke sind ziemlich rutschig durch Gischt und/oder
Moose und Flechten. Was ich natürlich gar nicht brauchen könnte wäre
ein kleiner Fehltritt, denn das hätte mit Sicherheit üble Folgen: nicht
nur, dass ich mir bei einem Sturz leicht das Genick brechen könnte, -
was wohl das kleinere Übel wäre -, sondern vielmehr die Aussicht,
zwischen den Felsblöcken eingeklemmt zu werden, macht
mich übervorsichtig und treibt mir zusätzlichen Schweiß auf die
Stirn und
sonstwohin. Nicht auszudenken, was ich in so einer Situation wohl
machen könnte, - falls ich überhaupt noch irgendwas machen könnte!
Manchmal sehe ich mich im Geiste kopfunter eingeklemmt, manchmal auch
kopfhoch, dafür aber mit eingeklemmten Armen; oder gar fast vollständig
bewegungsfähig, nur mit einem Bein, das ich nicht mehr frei kriege?
Ojeoje. Und das alles ohne ausreichend Futter... Echt tragische
Vorstellungen. Vor allem die letzte.
.....
Sonntag, 4.10.92
- Tag 1
Goiles Gefühl: Abheben! (Bild: Reiseprospekt)
Blick aus dem Bus, der uns um die halbe
Insel kutschieren soll
Diddi heißt Prima Donna willkommen ("erste Dame" - warum,
wird man noch sehen!)
Das "Sonemar"; rechts unser Bungalow (Bild: Google Earth;
Pfeil: ich...)
Der Leuchtturm: beide Male von Westen aus gesehen, oben eine Postkarte
Hier könnt Ihr Euch die Lage noch aus
einer anderen Sicht anschauen:
Dieter in den Dünen

Playa del Inglés (Postkarte)
Montag, 5.10.92
- Tag 2
Puerto Rico (Postkarte):

Kurz vor dem Barranco de la Manta
Am Strand und kurz hinter dem Eingang der Grotte
In der Grotte und am hinteren Ausgang

Meine unerklärliche Gier zu Klettern endete leider schon
nach
15 Metern...
Die Mopeds warten! (Bild: Dieter)
Landschaft mit und ohne
Diddi...
Der Autor der obigen Bilder, dokumentiert von Dieter
Zigarettenpause
Auf der Rückfahrt: Puero Rico

Dienstag, 6.10.92
- Tag 3
Hufi
blickt hinter El Tablero auf Las
Maspalomas

Hufi
blickt erstaunt hinunter in diesen Cañon...
Den
hat doch wohl nicht dieser kleine Fluss gegraben?
Hufi blickt perplex, weil er von Knips-Diddi überrascht
wird!
Den breiten Weg links
sind wir heraufgedüst, nach rechts gehts wieder bergab;
auf dem hellen Fleck
ist Diddi zu sehen, der gerade ankam,
als ich den
Aussichts-Felsen erklommen hatte...
Maspalomas -
Einkaufszentrum Dachgeschoss
Prima Donna gähnt
genüsslich,
während sich Nr. 2 - El
Tablero - neugierig umschaut

Mittwoch, 7.10.92
- Tag 4

Die Dünen von Maspalomas



Donnerstag,
8.10.92 -
Tag 5

Der Strand von San
Augustin
Santa Lucia, gegen 11 Uhr
Ein Stück
hinter Santa Lucia
Der Roque Nublo, 1.300 Meter
hoch

Freitag,
9.10.92
- Tag 6

Taurito

Puerto Rico, gegen 15 Uhr
Samstag,
10.10.92 - Tag 7

Playa des Ingles
Sonntag, 11.10.92
- Tag 8

oben am Barranco de la
Manta

Montag,
12.10.92 - Tag 9

Spielei, die
Scheue
Wunderschönes
Sorgenkind 

Ein Teil des Einkaufszentrums

Dienstag, 13.10.92
- Tag 10


Das Kolumbushaus.
Mittwoch, 14.10.92
- Tag 11

Auf dem Weg zum Palmitos
Park

Irgendwo unterwegs

lange, traumhafte Rast
über einem
einsamen See

Donnerstag, 15.10.92
- Tag 12

Freitag, 16.10.92
- Tag 13

Die steinige Westküste,
im Hintergrund der Leuchtturm

Eine "Pfütze"
mit vielfältigen Leben,
inklusive den fast
unsichtbaren Garnelchen und winzigen
Baby-Fischlein...
Die "Privatsiedlung"
Porto Blanco.
Im
Vordergrund einer der Schutthügel, die das Örtchen
rundum schützen!

Im
Hintergrund links die Zementfabrik

Porto Blanco auf dem
Rückweg gesehen

Die Dünen auf dem Rückweg
Samstag, 17.10.92
- Tag 14

Eine Art "Küste in der
Küste", von weit oben mit dem Teleobjektiv
entdeckt:

Gut zehn Meter unter
mir: Krebse auf der Flucht!

Okay, viel zu erkennen
ist nicht von ihnen;
aber immerhin kann man
erahnen, durch welche
Kaventzmänner von Felsen ich mich gestern gequält
hatte...

Winziges Fischlein in
winziger Pfütze, wartend
auf die Flut

Ein genau 2,5 cm kleines
Steinchen

Ein Stück des Weges, der
mich immer an die Küste geführt hatte
Sonntag, 18.10.92
- Tag 15

Mein Flieger wartet